Namibias Wüsten

Namibia ist ein Wüstenland. Die größte Wüste und auch die älteste der Erde ist die Namib. Sie erstreckt sich von der Grenze nach Südafrika im Süden entlang der Atlantikküste bis an die angolanische Grenze im Norden und hat eine durchschnittliche Breite von 100 km. Südlich der Straße von Keetmannshoop nach Lüderitz liegt das Diamanten-Sperrgebiet, das man nicht befahren und betreten darf. Nördlich der Straße gelangt man in den Namib-Naukluft-Park, der durch bizarre Felsformationen und eine einzigartige Flora besticht.
An der östlichen Landesgrenze beginnt die Kalahari, eine Halbwüste mit spärlichem Bewuchs. Den größeren Anteil an der Kalahari haben Botswana und Südafrika.

Die Namib


Bei Kolmannskuppe zeigt sich die Namib als trostlose, lebensfeindliche Sandwüste.

 

Hier am Rand des Diamanten-Sperrgebiets das ehemalige Haus des Kommandanten des Internierungslagers für deutsche Soldaten nach dem ersten Weltkrieg, eine Ruine in trostloser Umgebung.

 

Kolmannskuppe ist eine Siedlung, die deutsche Diamantensucher Anfang des letzten Jahrhunderts mitten in den Sand setzten. Ihre Hoffnung auf großen Reichtum erfüllte sich nicht, frustriert verließen sie die unwirtliche Gegend und überließen ihre Habe dem Wüstensand. Unheimlich wirken die leeren Häuser, besonders wenn sich der Wind in den leeren Räumen fängt. Sein Heulen klingt wie Weinen über alle Vergänglichkeit.

 

Der meistbesuchte Teil der Namib ist das Sossuvlei südöstlich von Swakopmund, Bis zu 300 m hohe Sanddünen trennen das Land vom Meer, das den Sand während langer erdgeschichtlicher Zeiträume dort ablagerte. Die Dünen bilden heute ein Becken, dessen lehmiger Grund keinen Abfluss zum Meer hat. Bei starken Regenfällen bilden sich innerhalb der Dünen Seen, die nur langsam versickern.

 

Phänomenal sind die Beleuchtungseffekte im Sossuvlei. Je nach Sonnenstand können die Dünen in zartrosa Pastellfarben erscheinen, oder in kräftigen rötlich-braunen warmen Farbtönen. In gleißender Mittagshitze wirken sie manchmal unscheinbar grau. Die besten Fotos gibt es in der Morgen- und Abenddämmerung.

 

Diese Düne ist wohl eins der beliebtesten Fotomotive. Zum Vergleich: Die gleiche Düne im Jahr 2000 aus etwas anderer Perspektive beim Sonnenaufgang.

 

Bis hierher lässt sich auf gut ausgebauter Straße fahren. Um weiter in die Dünen hineinzugelangen, muss man in einen Jeep umsteigen.

 

Fährt man vom Sossuvlei weiter in Richtung Swakopmund, begegnet einem in der Namib-Naukluft eine seltene Pflanze, die hier endemisch ist. Die Welwitschia wächst sehr langsam, stellt kaum Ansprüche an Klima und Boden, und man findet eine Menge kleinerer Exemplare auf einer weiten sandigen Ebene. Wenn man Glück hat, stößt man auch einmal auf eine größere Pflanze. Die älteste Welwitschia soll 2000 Jahre alt sein!

Die Kalahari

 

Die Kalahari ist nicht so lebensfeindlich wie die Namib. Auf einer abendlichen Pirschfahrt von der Auob-Lodge aus begegneten uns diese Strauße, im Hintergrund, nur schwach zu erkennen, befinden sich noch einige Springböcke. Es ist ein Vergnügen, ihnen bei den hohen Sprüngen zuzusehen. Diese Tiere gibt es reichlich in der Kalahari.

 

In den Kameldornbäumen, die typisch für die Kalahari sind, bauen Webervögel ihre riesigen Nester. Sie leben dort in Kolonien, jedes Vogelpärchen hat seinen eigenen Eingang zum Nest. Zwei der unscheinbaren Vögel sind hier zu sehen.

 

Auch hier taucht die Abendsonne, ähnlich wie in der Namib, die Landschaft in ein rötliches Licht, doch vermittelt die Kalahari eher den Eindruck einer Dornbuschsteppe, da sie noch mehr bewachsen ist als die Namib.

 

Am Rande der Kalahari, nicht weit von Keetmannshoop, sind gewaltige Felsmassen eingebrochen und haben bizarre Felsformationen gebildet, genannt "Giant's Playground". Gegen eine geringe Eintrittsgebühr kann man sie besichtigen.

 

Köcherbäume sind wiederum endemisch, man findet sie nur in Namibia. Sie sind genannt nach den Köchern, die die Eingeborenen zur Jagd benutzten. In der Nähe von Keetmannshoop gibt es den Köcherbaumwald, hier zu sehen bei Anbruch der Dunkelheit.

 

Steht man auf dem Plateau eines Tafelberges in der Kalahari, blickt man weit ins Land auf eine sandige, unbewachsene Ebene und erlebt den Wüstencharakter dieser Halbwüste.

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