Auf den Spuren deutscher Geschichte
in einem afrikanischen Land

Städte mit deutschem Flair

W i n d h o e k
In Windhoek,der Landeshauptstadt, trugen bis vor Kurzem die Straßen noch Namen berühmter Männer der deutschen Kaiserzeit, inzwischen sind sie umbenannt worden nach Namibischen Politikern, aber Vieles erinnert noch an die Kolonialzeit.


Die Christuskirche wurde 1910 von einem deutschen Architekten gebaut. Das Altarfenster und die Bibel stifteten Kaiser Wilhelm II und seine Gemahlin.

Das Schutztruppendenkmal.


Die Alte Feste der Schutztruppe ist auf der gleichen Berghöhe wie das Denkmal und die Kirche gelegen, in der Nähe findet man auch den Tintenpalast, Wohnsitz des Präsidenten und Regierungssitz.

Im Stadtzentrum an der Independence Avenue steht das Haus des deutschen Kaufmanns Gathemann. Ein Gathemann-Restaurant befindet sich in der Nähe, ist aber nicht mehr im Familienbesitz.


In dem Bahnhofsgebäude von 1913 ist heute ein Transportmuseum untergebracht. Vor dem Bahnhof steht eine alte Lok, die zur Kolonialzeit zwischen Windhoek und Swakopmund verkehrte.

Ein alter Heizkessel, ebenfalls aus der Schutztruppenzeit, lässt erkennen, wie damals die Befeuerung funktionierte. Übrigens sieht man in Namibia immer noch Dampfloks vor den Zügen.

K e e t m a n n s h o o p


Außer dem Köcherbaumwald und Giant's Playground gibt es in der Stadt nicht so sehr viel zu sehen, aber einiges erinnert noch an die Vergangenheit.


Ein markantes Gebäude ist die alte Kaiserliche Post, der Schriftzug prangt noch über dem Eingangsportal, obwohl heute eine Touristeninfo dort untergebracht ist.


Diese alte Kirche beherbergt heute ein Heimatmuseum mit Relikten aus deutscher Zeit.

Einige Kilometer westlich von Keetmannshoop, bei Holoog, fielen zwei Schutztruppensoldaten. Eins der Gräber ist hier zu sehen.

L ü d e r i t z


1884 kam der Tabakhändler Lüderitz aus Bremen in die Bucht, die damals Angra Pequena hieß. Mit ihm begann die Kolonialzeit. Er konnte den Reichskanzler Bismarck bewegen, das Gebiet zum Protektorat zu erklären. Er selbst war ein glückloser Kaufmann und ist bereits zwei Jahre später auf hoher See verschollen. Die auf den Felsen erbaute Stadt wurde später nach ihm benannt.


Bevor man von Keetmannshoop kommend Lüderitz erreicht, kann man mit etwas Glück diese Pferde sehen. Sie leben in freier Wildbahn, sind aber eigentlich keine Wildpferde, sondern man vermutet, dass es Nachkommen der Tiere sind, die die Schutztruppe nach der Niederlage im ersten Weltkrieg zurückließ.

Nicht viel anders als die ersten Züge, die Namibias Küste mit Windhoek und der Erzstadt Tsumeb verbanden, tuckern auch heute dampfend und fauchend Züge durch die endlose unwirtliche Wüste vor Lüderitz.


Hoch auf dem Felsen über der Stadt reckt die Felsenkirche ihren langen, spitzen Turm gen Himmel, weg vom grauen, eintönigen Stadtbild. Die Kirche, das Wahrzeichen von Lüderitz, wurde vom gleichen Architekten wie die Christuskirche in Windhoek gebaut und bekam wie diese vom Kaiserpaar ein Fenster und eine Bibel gestiftet.

Von der Felsenkirche blickt man auf die im Dunst verschwimmende Bucht. Nichts Tropisches findet man in Lüderitz, und es ist kaum glaublich, dass wenige Kilometer landeinwärts die große Namibwüste
mit heißen Temperaturen und strahlender Sonne beginnt.


Die bunten Häuser in der Bülowstraße geben der grauen Stadt etwas Farbe. Übrigens findet man hier noch alte Straßennamen wie Moltke, Bismarck u.s.w.
Rechts noch einmal die Felsenkirche auf dem "Diamantberg".

S w a k o p m u n d


In Swakopmund hat sich der Bezug zu Deutschland noch am besten gehalten. Es gibt deutsche Gaststätten, viele deutsche Aufschriften an den Läden in der Innenstadt, und im Museum, wo man sich über die Geschichte informieren kann, wird man gleich in deutscher Sprache begrüßt.


Die Adler-Apotheke, an der Sam-Nujoma-Avenue, früher Kaiser-Wilhelm-Straße, gelegen, ist noch heute in Betrieb. Das alte Inventar lässt sich allerdings nur noch im Museum besichtigen.

Hier hat sich offensichtlich jemand noch nicht mit dem Wandel
der Zeit abfinden können, für ihn ist Namibia immer noch
"Sued-West".


Das Woermann-Haus, gebaut 1894, ging Anfang des 20. Jahrhunderts in den Besitz der Firma Woermann über. Der angebaute Damara-Tower mit den Fachwerkelementen diente der Woermann-Flotte bei ihrem Anlege-Manöver als Orientierungspunkt.

Der alte Bahnhof von Swakopmund aus dem Jahr 1901
beherbergt heute ein Luxushotel.


In der Alten Post aus der Kaiserzeit ist heute ein Teil der Stadtverwaltung untergebracht.

Wenn man nach heimischer Weise gut Kaffetrinken will, begibt man sich am besten in das Cafe Anton, nicht weit vom Leuchtturm gelegen. Hier gibt es Sahnetorten satt, nur die schwarze Bedienung erinnert daran, dass man in Afrika ist.


Die Gaststätte "Deutsches Haus" beweist, dass die deutsche Kolonialzeit in Swakopmund noch nicht vergessen ist.

Die Otavi-Bahn war eine der ersten in Südwest. Sie wurde gebaut, um Erze und andere Bodenschätze von der Erzstadt Tsumeb nach Swakopmund zu transportieren.

T s u m e b


Tsumeb ist eine Bergbaustadt, die heute noch für Wirtschaft und Handel von Bedeutung ist. In einer alten Schule befindet sich ein kleines Museum, das die Vergangenheit lebendig werden lässt.


Die Kirche von Tsumeb

Lokomotive der Otavi-Bahn vor dem Museum.


Als die deutsche Schutztruppe 1915 aufgeben musste, versenkte sie einen großen Teil ihrer Waffen im sehr tiefen Otjikoto-See. Sie wurden später gehoben und waren wie diese Kanone, die im Museum zu besichtigen ist, noch in gutem Zustand.

Das Bild von Hauptmann Franke, dem berühmten Kommandanten der Schutztruppe, befindet sich ebenfalls im Museum.

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